Gisela Kuske

* 1914, † 28.04.2003

Gisela Kuske wurde 1914 in Köln geboren. Ihr Vater, Bruno Kuske, Professor für Wirtschaftsgeschichte und –geographie, war von 1931-1932 Rektor der Universität zu Köln. Sein Porträt malte der Matisse-Schüler Prof. Friedrich Ahlers-Hestermann. Bei ihm begann Gisela Kuske 1932 ihr Studium der Malerei an den Kölner Werkschulen. Die Entlassung von Prof. Ahlers-Hestermann durch die Nationalsozialisten beeinträchtigte Gisela Kuske in ihrem ursprünglichen Berufswunsch. Von der freien Malerei wechselte sie 1933 in die Grafikklasse zu dem als Heraldiker bekannten Prof. Heinrich Hussmann. Sie eignete sich alle grafischen Techniken an und spezialisierte sich auf Kostümzeichnungen. Zusätzlich nahm sie Privatunterricht. 1935 zeichnete sie kostümkundliche Entwürfe an der Dresdner Staatsoper sowie in den dortigen Museen. 1937 ging die Künstlerin nach Berlin. In dieser Zeit arbeitete sie auch als Illustratorin und freie Mitarbeiterin für den Scherlverlag. Von 1942-1943 studierte sie wieder für ein paar Monate an der Hochschule für Bildende Künste. Auch dort entwarf sie hauptsächlich Kostüme. 1943 wurde Gisela Kuske nach Gummersbach evakuiert. Hier begann sie mit zahlreichen Kinderporträts. Das Rheinische Museum in Deutz beauftragte die Künstlerin, die Kostümabteilung aufzubauen. Doch schon Ende der 1940er Jahre wurde das Museum wieder aufgelöst. Seit Kriegsende arbeitete Gisela Kuske als freischaffende Porträtistin und malte zahlreiche Professoren. Sie wurde auch durch Pferde- und Kinderporträts bekannt und nahm Aufträge für Illustrationen an. Für die Firma Henkel entwarf sie z. B. eine Kulturgeschichte der Wäschepflege, illustrierte die Firmengeschichte verschiedener Unternehmen und zeichnete Kinderbücher. Ab 1952 lebte Gisela Kuske wieder in Köln, wo sie auch für ihren Vater den Haushalt führte und reiste von dort aus nach Frankreich, England, Holland, Griechenland, Italien und in die Schweiz. In den 1970er Jahren übernahm die Künstlerin Lehraufträge über Kostüm- und Trachtengeschichte an der Kölner Fachhochschule für Kunst und Design. Die Porträtmalerei führte sie bis in die 1980er Jahre fort. Sie starb am 28. April 2003 in Köln. Das Porträt von Friedrich Bering malte Gisela Kuske 1954 posthum nach einem Foto. Der 1950 verstorbene Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten war mit ihren Eltern befreundet und der Künstlerin persönlich bekannt.

Quelle: Kat.: Gisela Kuske, Köln, Wallraf-Richartz-Museum, 1970.