Ulrich Matz

Rektor 1993 - 1997

* 06.01.1937 (Berlin), † 28.08.2004 (Erftstadt)
Professor für Politikwissenschaft
Dr. iur.

Ulrich Ernst Benno Matz (geb. am 6.1.1937 in Berlin) studierte in Bonn, Hamburg und München die Fächer Rechtswissenschaften, Philosophie und Politikwissenschaften. 1965 wurde er in München zum Dr. jur. mit der Arbeit "Rechtsgefühl und objektive Werte. Ein Beitrag zur Kritik des wertethischen 'Naturrechts' " promoviert. Anschließend war er bis 1970 wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften der Universität München. 1971 habilitierte er sich dort für Politikwissenschaft. Im gleichen Jahr berief die Universität zu Köln Ulrich Matz auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft. Hier leitete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 das Forschungsinstitut für Politikwissenschaft und Europäische Fragen. 1978 war er Vorsitzender der Prüfungsausschüsse der WiSo-Fakultät. Innerhalb der akademischen Selbstverwaltung engagierte sich Ulrich Matz in den Jahren 1983-87 als Dekan der WiSo-Fakultät. Von 1993-97 übernahm er das Amt des Rektors der Universität zu Köln. Zudem war er in den Jahren 1986-88 sowie 1992-93 Senator der Kölner Universität. Daneben setzte er sich von 1983-87 als Vorsitzender für die 1983 gegründete Deutsche Gesellschaft für Politikwissenschaft ein und wurde zu deren Vorstandsmitglied gewählt. Zu den Hauptforschungsgebieten von Ulrich Matz gehörten die Politische Philosophie und Ideengeschichte, Rechtsphilosophie sowie Staatstheorie und Wissenschaftstheorie. 1968 veröffentlichte er "Thomas von Aquin" in: "Klassiker des politischen Denkens I" (hrsg. von Hans Maier u.a.). 1971 war er Mitherausgeber des Buches "Politik und Wissenschaft" (mit Hans Maier und Klaus Ritter) und verfasste darin "Die Freiheit der Wissenschaft in der technischen Welt. Ein politisches Prinzip in der Krise". Zudem publizierte er "Grundprobleme der Demokratie" (1973) und zusammen mit Gustav E. Kafka "Zur Kritik der politischen Theologie" (1973), darin: "Verteidigung der Politik gegen die politische Theologie". 1974 bearbeitete Ulrich Matz den Artikel "Staat" im "Handbuch philosophischer Grundbegriffe". Es folgte die Habilitationsschrift "Politik und Gewalt. Zur Theorie des demokratischen Verfassungsstaates und der Revolution" (1975). Das zweibändige Werk "Regierbarkeit. Studien zu ihrer Problematisierung" gab er zusammen mit Wilhelm Hennis und Peter Graf Kielmansegg heraus (Bd. 1, 1977; Bd. 2, 1979) und lieferte dazu die Beiträge "Der überforderte Staat: Zur Problematik der heute wirksamen Staatszielvorstellungen" und "Über politische Untugenden als Hemmnisse des Regierens im demokratischen Verfassungsstaat. Einige allgemeine Bemerkungen und eine Kritik an der Bundesrepublik". 1983 erschien "Gewalt und Legitimität" (mit Gerhard Schmidtchen). Im "Staatslexikon" bearbeitete Ulrich Matz die Artikel "Anarchie, Anarchismus" (Bd. I, 1985) und "Gewalt" (Bd. II, 1986). Für die Festschrift für Wilhelm Hennis lieferte er den Beitrag "Über die Unbestimmbarkeit von Macht" (1988). 1990 erschien "Republik versus Demokratie. Neue Konflikte um den Begriff der Demokratie" in: "Christen und Demokratie" (hrsg. von Günter Baadte und Anton Rauscher). Die Universität zu Köln wurde während seines Rektorates zur studentenreichsten Hochschule Deutschlands. Ulrich Matz setzte sich in dieser Zeit besonders für eine Stärkung der Hochschulautonomie ein. Bei seiner Rektoratsübergabe am 3. Mai 1993 sprach er über das Thema "Universität als Politikum". Unter den Bedingungen der Demokratie könne die Universität nicht nur Objekt politischer Überlegungen und Entscheidungen sein, sondern könne auch selbst als politischer Akteur im Politikprozess auftreten und schließlich zum politischen Gemeinwohl beitragen, indem sie als Teil des politischen Gemeinwesens ihre spezifischen Dienste anbietet. Gerade in der Zeit der Hochschulreform wollte er seinen Beitrag zur Klärung der Idee der Universität leisten. Es war sein Anliegen, die Universität als Institution vor dem Hintergrund des Platonischen Akademiemodells fortzuentwickeln. Hierbei nahm er auch Konflikte mit der offiziellen Reformpolitik in Kauf. Außerhalb seiner beruflichen Aktivitäten interessierte sich Ulrich Matz besonders für klassische Musik, Bergsteigen und Segeln. Er starb am 28. August 2004 im Alter von 67 Jahren.

Quellen: Ulrich Matz: "Universität als Politikum", in: Redebeiträge anlässlich der Rektoratsübergabe am 3. Mai 1993, Kölner Universitätsreden 76, S. 5-17; Kölner Universitäts-Journal, H 3/4, 2004, S. 16.