Rainer Willeke

Rektor 1977 - 1979

* 23.05.1924 (Recklinghause)
Professor für Wirtschaftliches Staatswissenschaften und Verkehrswissenschaft
Dr. rer. pol.

Rainer Willeke (geb. am 23.5.1924 in Recklinghausen) studierte von 1945-49 an der Universität Münster Volkswirtschaftslehre und war dort von 1950-52 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Mitarbeiter am Institut für Verkehrswissenschaft. In Münster wurde er 1951 zum Dr. rer. pol. mit der Arbeit "Die Arbeitslosenversicherung als Mittel der Konjunkturpolitik und Vollbeschäftigung" promoviert und war anschließend ebenfalls als wissenschaftlicher Assistent von 1952-58 an der Universität Freiburg i.Br. tätig. Dort habilitierte er sich 1958 und erhielt die Venia legendi für Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft. Anschließend war er Privatdozent. Von 1960-61 ging er als Lehrstuhlvertretung an die Universität Hamburg und folgte 1961 dem Ruf als o. Prof. für wirtschaftliche Staatswissenschaften an die Universität zu Köln. Hier war er Mitdirektor des Staatswissenschaftlichen Seminars und Direktor des Instituts für Verkehrswissenschaften, an dem er auch nach seiner Emeritierung weiterhin mitarbeitet. Zum Dekan der WiSo-Fakultät wurde Rainer Willeke von 1967-68 gewählt. Das Amt des Rektors der Kölner Hochschule übernahm er in den Jahren von 1977-79. Von 1964-95 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesminister für Verkehr und 1998-99 Mitglied der Enquête-Kommission "Zukunft der Mobilität" im Landtags von NRW. Seine Hauptarbeitsgebiete liegen in den Bereichen Markttheorie, Wettbewerbspolitik und Verkehrswissenschaft. Dabei konzentriert er sich in erster Linie auf die Verbindung dieser drei Gebiete. Er untersuchte den privaten sowie öffentlichen Personen- und Warentransportverkehr, in Bezug auf verschiedene Verkehrsmittel und auf unterschiedliche Verkehrswege. Ergebnisse im Hinblick auf die Automobilnutzung veröffentlichte er z.B. in "Die Stadt und das Auto. Entwicklung und Lösung eines Problems" (1989). Im Bereich des Schienentransports lieferte er u.a. 1973 den Beitrag "Wege zur Sanierung der Eisenbahn. Die Bundesbahn im internationalen Leistungsvergleich". Auf dem Sektor der Schifffahrt publizierte er u.a. die Abhandlungen "Margentarife für die Binnenschiffahrt" (1977) und "Wettbewerbswirkungen unterschiedlicher Frachtenbildungssysteme in der Binnenschiffahrt" (1978). Mit Verkehrswegen im Besonderen beschäftigte er sich in den Schriften "Möglichkeiten einer Wirtschaftlichkeitsrechnung im Straßenbau unter besonderer Berücksichtigung der Unfallkosten" (1967), in "Gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Verkehrswegeplanung" (1973) sowie in "Analyse der Verkehrswege zwischen dem alten und neuen Bundesgebiet dargestellt am Korridor Rhein-Main und Thüringen-Sachsen" (1991). Weiterhin analysierte Willeke das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Sicherheitsmaßnahmen z.B. in "Die Berücksichtigung privater Nutzen und Kosten bei der Bewertung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen" (1988 mit F.-J. Lewen) und setzte sich mit Umweltfragen auseinander u.a. in "Verkehr und Umwelt" (1977), "Umweltschutzmaßnahmen und volkswirtschaftliche Rentabilität" (1992 mit H. Witte und M. Weinberger). Zahlreiche Beiträge zum Thema Verkehr und Wirtschaft erschienen auch in der Buchreihe und in den Forschungsberichten des Instituts für Verkehrswissenschaft an der Universität zu Köln, die Rainer Willeke seit 1963 herausgibt, sowie in der "Zeitschrift für Verkehrswissenschaft", an der er als Mitherausgeber beteiligt ist. In seiner Rektoratsrede "Mobilität als Problem und Aufgabe" wehrte er sich gegen einseitige, meist ideologisch geprägte Darstellungen, nach denen die Standortunabhängigkeit kein Ausdruck von Fortschritt und Zugewinn an Freizügigkeit sei, sondern eine durch externe Umstände erzwungene Flexibilisierung. Um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, müsse anstelle einer vorwiegend defensiven Politik der Verkehrsabwehr eine offensive, marktorientierte und wettbewerbsgetriebene Strategie entwickelt werden, wie er sie auch in seiner Stellungnahme zum "Fortschrittsbericht 2004" des Nachhaltigkeitsrates der Bundesregierung forderte ("Nachhaltigkeit durch Wachstum", 2002). Seit 1989 ist Rainer Willeke emeritiert und lebt in Köln.

Quellen: Ges. für Wirtschafts- u. Sozialwissenschaften (Hrsg.): Die Hochschullehrer der Wirtschaftswissenschaften, Berlin, 2. Aufl., 1966, S. 818; Rainer Willeke: "Mobilität als Problem und Aufgabe" in: Kölner Universitätsreden 54, Krefeld 1977, S. 5-23; Rainer Willeke: "Nachhaltigkeit durch Wachstum", Kölner Thesen & Texte 66, Institut für Deutsche Wirtschaft (Hrsg.), Köln 2002.