Michael Staak

Rektor 1985 - 1986

* 22.03.1933 (Conow/Mecklenburg)
Professor für Rechtsmedizin
Dr. med.

Michael Staak (geb. am 22.03.1933 in Conow/Mecklenburg) studierte Medizin an der Universität Hamburg, wo er 1958 das Staatsexamen absolvierte. Ein Jahr später wurde er am Physiologisch-Chemischen Institut bei Prof. J. Kühnau promoviert und war dort bis 1961 als Medizinalassistent beschäftigt. Anschließend arbeitete er in der Chirurgischen Universitätsklinik Basel bei Rudolf Nissen und von 1962-64 an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich bei Manfred Bleuler. Seine Fachausbildung eignete er sich von 1964-67 am Institut für Gerichtliche und Soziale Medizin in Kiel bei Wilhelm Hallermann und von 1967-70 am Institut für Rechtsmedizin in Frankfurt a.M. bei Joachim Gerchow an, wo er sich im WS 1969/70 habilitierte. Nachfolgend war er als Universitätsdozent und C3-Professor am Institut für Gerichtliche Medizin in Tübingen tätig. 1980 wurde er auf den Lehrstuhl für Rechtsmedizin an die Universität zu Köln berufen und mit der Direktion des Instituts für Rechtsmedizin sowie mit der Leitung der Blutalkoholuntersuchungsstelle beauftragt. Innerhalb der akademischen Selbstverwaltung engagierte er sich von 1982-83 als Senator der Universität zu Köln, anschließend wählte man ihn in den Jahren 1983-84 zum Dekan der Medizinischen Fakultät, von 1984-85 zum Prodekan und von 1985-86 zum Rektor der Kölner Universität, für die er auch von 1986-90 die Aufgaben des Prorektors für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs übernahm. 1968 gründete Michael Staak zusammen mit Prof. Rasch/Berlin und Prof. Wille/Kiel den Arbeitskreis "Forensische Psychopathologie" der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin. 1990 richtete er zusammen mit Prof. Nagano, Kanazawa/Japan das Deutsch-Japanische Symposion "Advances in Legal Medicine" aus. Von 1992-02 war er Vorsitzender des Fachausschusses für Dopinganalytik und spezielle Biochemie und stellvertretender Vorsitzender des Beirates "Medizin, Biologie, Dopinganalytik" im Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Köln. Hier ist er seit Januar 1992 auch Vorsitzender der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät. 1996 wählte man ihn zum Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, 1997 zum Mitglied der New York Academy of Sciences und 1998 zum Fellow of The Royal Society of Medicine in London. Zudem ist er Mitglied zahlreicher weiterer Gesellschaften wie der Arbeitsgemeinschaft Gerichtlicher Blutgruppensachverständiger, der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin, der Gesellschaft zur Förderung der Gesundheitsökonomie, der Internationalen Gesellschaft für Forensische Hämogenetik, der Kölner Juristischen Gesellschaft und des Vereins der Sachverständigen für Abstammungsgutachten. An der Universität zu Köln ist er seit 1998 Vertrauensdozent für Angelegenheiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft/Bonn-Bad Godesberg. Die Hauptarbeitsgebiete von Michael Staak liegen in den Bereichen Forensische Toxikologie, Forensische Pathologie, Forensische Serologie, Verkehrsmedizin sowie Arztrecht und ärztliche Ethik. Er analysiert zahlreiche Betäubungsmittel in ihrer Dosis-Wirkungs-Beziehung, untersucht Arzneimittelwirkungen und –nebenwirkungen im Hinblick auf Todesursachen, Verkehrstüchtigkeit, abnorme Alkoholreaktionen sowie Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Alkohol und fertigt sog. Begleitstoffanalysen an, bei denen konsumierte alkoholische Getränke identifiziert werden. Im Rahmen der Todeszeitbestimmung beschäftigt er sich mit frühen postmortalen Gewebsveränderungen, zudem mit der Rekonstruktion von Handlungs- und Bewegungsabläufen. Hinzu kommt die Entwicklung neuer Verfahren zur Identifizierung blutgruppenserologischer Merkmale an biologischem Spurenmaterial und des DNA-Profiling (Vaterschaftstest). Er analysiert Einflussfaktoren auf die Verkehrssicherheit wie Medikamente, Krankheit, Alter, Handybenutzung u.a. Schließlich bearbeitet er im Zusammenhang mit dem Humanexperiment Fragen und Probleme der Arzneimittelprüfung, der Patientenaufklärung, der ärztlichen Sorgfaltspflicht sowie historische Entwicklungen. Seine Forschungsergebnisse publizierte er u.a. in: Klinische Prüfung von Arzneimitteln, Methodik und Rechtsgrundlagen (mit Alfons Weiser 1978), Einfluß von Arzneimitteln auf die Verkehrssicherheit (mit Guenter Berghaus 1983), Betäubungsmittelmißbrauch (1988), Handbuch des Straßenverkehrsrechts (1997). In seiner Rektoratsrede sprach Michael Staak 1985 über "Das Humanexperiment in der Medizin – Notwendigkeit und Grenzen". Michael Staak wurde 1998 emeritiert und blieb danach noch fünf Jahre lang Direktor des Instituts für Rechtsmedizin. Professor Staak lebt in Köln.