Jens Peter Meincke

Rektor 1997 - 2001

* 22.10.1935 (Hamburg)
Professor für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Steuerrecht
Dr. iur.

Jens Peter Meincke (geb. am 22.10.1935 in Hamburg) studierte von 1954-57 in Hamburg, Basel und Freiburg i.Br. Musik und Philosophie, anschließend von 1957-61 Rechtwissenschaften in Freiburg, Bonn und Hamburg. Er wurde 1963 in Hamburg promoviert. Anschließend an die Referendarzeit von 1963-67 und das Zweite Staatsexamen war Meincke als Anwalt in Hamburg tätig. Von 1968-72 übernahm er eine Stelle als Assistent an der Universität Hamburg und habilitierte sich dort 1972 mit dem Thema "Das Recht der Nachlassbewertung im BGB". Von 1973-75 arbeitete er als Privatdozent sowie als Gastdozent in Southampton/England. Hinzu kamen Lehrstuhlvertretungen in Münster und Freiburg i.Br. bis er 1975 an die Universität zu Köln als Prof. für Bürgerliches Recht und Römisches Recht berufen wurde. In den Jahren 1978-2001 übernahm er den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Steuerrecht (später in Bürgerliches Recht, Bilanz- und Steuerrecht umbenannt) und wurde 1978 auch geschäftsführender Direktor des Rechtswissenschaftlichen Seminars. In den 1980er Jahren war er außerdem als Gastprofessor an der Law School der Universität Kalifornien/USA und 1985 an verschiedenen Universitäten der Republik Südafrika tätig. Von 1981-1995 engagierte er sich als Mitglied im Zwischenprüfungsamt der WiSo-Fakultät, zudem von 1989-93 als erster Prorektor für Planung und Finanzen. Er war Mitglied verschiedener Senatskommissionen und Mitglied im Senat der Universität (von 1981-89 sowie 1993-96). Anschließend wurde Meincke von 1996-97 zum Dekan der Rechtwissenschaftlichen Fakultät und von 1997-2001 zum Rektor der Universität zu Köln gewählt. Schließlich übernahm er 1999 den Vorsitz der Landesrektorenkonferenz der 15 Universitäten in NRW. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden Rechtsfragen an den Schnittstellen von Zivil- und Steuerrecht, die er mit der Zielrichtung untersucht, das Steuerrecht aus der Perspektive des Zivilrechts und das Zivilrecht aus der Perspektive des Steuerrechts zu betrachten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden zivilrechtliche und steuerrechtliche Probleme bei Vermögensübertragungen im Erbfall und bei vorweggenommener Erbfolge. Weiterhin bearbeite er Fragestellungen des Mietrechts. Ausgewählte Veröffentlichungen sind "Das Recht der Nachlassbewertung im BGB" (1973), der dreibändige Loseblattkommentar "Das Einkommenssteuerrecht" (1985-1993, zusammen mit Bitz und einem Autorenteam) und das "Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz", das 2004 in der 14. Auflage erschien. Ferner publizierte er mehrfach Beiträge über ein Privatrechtslehrbuch für Juristen aus dem Jahr 533 n. Chr., die "Institutionen Iustinians", über die er auch in seiner Rektoratsrede am 25. April 1997 sprach. Jens Peter Meincke ist seit April 2001 emeritiert und lebt in Bonn.

Quellen: Jens Peter Meincke: "Die Institutionen Iustinians aus heutiger Sicht", in: Kölner Universitätsreden 77, Köln 1997, S. 33-44; Heinz-Peter Mansel / Reinhard Zimmermann, Neue Juristische Wochenschrift 2005, S. 3053 f.; Detlev. J. Piltz, Deutsches Steuerrecht 2005, S. 1793; Wolfgang Reimann, Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge, 2005, S. 413.