Hans Peters

Rektor 1964 - 1965

* 05.09.1896 (Berlin), † 15.09.1966 (Köln)
Professor für Öffentliches Recht und Verwaltungsrecht
Dr. iur. Dr. h.c.

Hans Carl Maria Alfons Peters (geb. am 5.9.1896 in Berlin) studierte nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg erst Mathematik, dann Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Münster, Wien und Berlin. In Münster wurde er 1921 über "Verwaltungswidrigkeit und Polizeiwidrigkeit und ihre Beziehungen zur Rechtswidrigkeit" promoviert und trat 1923 als Regierungsassessor in den Justizverwaltungsdienst ein. 1925 habilitierte er sich in Breslau für Staats- und Verwaltungsrecht mit einer Arbeit über "Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung in Preußen. Ein Beitrag zur Lehre vom Verhältnis der Gemeinden zu Staat und Reich". Danach war Peters dort als Privatdozent tätig, bis er 1928 als a.o. Professor an die Universität Berlin ging. Er leitete ein Referat in der Hochschulabteilung des preußischen Kultusministeriums und wurde im gleichen Jahr auch Studienleiter der Verwaltungsakademie Berlin. In den Jahren 1932 und 1933 war Peters Abgeordneter der Zentrumspartei im Preußischen Landtag. 1933 wählte man ihn zum Vorstandsmitglied der katholischen Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft. 1940/41 und seit 1949 war er auch Präsident dieser Gesellschaft. Als Gegner des NS-Regimes unterstützte Peters den von Helmut J. Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg gegründeten "Kreisauer Kreis", der sich ab 1938 in geheimen Treffen zusammenfand. Das Ziel war, sich auf die Zeit des Zusammenbruchs des NS-Regimes vorzubereiten und möglichst konkrete Vorstellungen über die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens zu entwickeln, vor allem die verfassungsrechtliche sowie politische Zukunft Deutschlands zu formulieren. Peters lieferte hierfür Beiträge zu Fragen der Staatsordnung, zur Kirche, Kultur und Erziehung. Im Unterschied zu anderen Mitgliedern dieser Widerstandsbewegung wurde Peters nie entdeckt. Unbemerkt blieb auch seine Beteiligung an der Berliner Untergrundgruppe "Onkel Emil", die u.a. verfolgte Mitbürger versteckte. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Peters 1940-42 im Luftwaffenführungsstab in Berlin. Aus britischer Kriegsgefangenschaft entlassen, erhielt er 1946, neben einer Honorarprofessur an der Technischen Hochschule Berlin, den Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der ehemaligen Friedrich-Wilhelms-Universität. An der nun zur "Humboldt-Universität" umbenannten Hochschule war er Dekan der Juristischen Fakultät und setzte sich für die Aufrechterhaltung dieser Universität ein. Die mit Hilfe der amerikanischen Besatzungsmacht gegründete "Freie Universität Berlin" im Westen schrieb für Peters programmatisch die Teilung der Stadt und zugleich die Teilung Deutschlands fest. Vehement setzte er sich auch gegen die Rehabilitation nationalsozialistischer Staatsrechtslehrer ein. In diesem Zusammenhang beteiligte er sich auch an den Nürnberger Prozessen. Von 1946-48 gehörte er als CDU-Mitglied der Gesamtberliner Stadtverordnetenversammlung an und beteiligte sich an der Ausarbeitung der Verfassung des Landes Berlin von 1950. Im Oktober 1949 nahm Peters einen Ruf als Ordinarius für Staats- und Verwaltungsrecht in Köln an. Er war am Abschluss des Universitätsvertrages von 1954 beteiligt und entwarf auch die Universitätsverfassung von 1963. Zum Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät wählte man ihn von 1950-51 sowie von 1956-57. Das Amt des Rektors der Universität zu Köln bekleidete Hans Peters von 1964-65. Zudem engagierte er sich in zahlreichen weiteren Gremien. Von 1952-61 war Peters im Kölner Stadtrat vertreten, wo er sich für die Kulturpolitik einsetzte. Zudem war er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, des Gründungsausschusses der Universität Bochum, des Sachverständigenausschusses für die Neugliederung des Bundesgebietes, der Parteienrechts- und Wahlrechtskommission, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sowie Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer. Hans Peters erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das Komturkreuz mit Stern des Gregorius-Ordens und 1958 die Ehrendoktorwürde der Universität Löwen. In Forschung und Lehre setzte sich Hans Peters das Ziel, eine enge Verbindung zwischen Rechtswissenschaft und Praxis herzustellen. Die negativen Folgen dieses fehlenden Zusammenhangs stellte er schon 1925 in seiner Habilitationsschrift dar, in der er die Leistungen der Gesetzgebung als "durchweg minderwertig" beurteilte. Hier analysierte er die Wechselbeziehungen zwischen Staat und kommunaler Selbstverwaltung, die er während seines gesamten Schaffens immer wieder bearbeitete. Er wies darauf hin, dass die Verwaltung nicht nur juristisch betrachtet werden sollte. Fragestellungen aus Wissenschaft und Politik thematisierte er gleichermaßen in seinem "Lehrbuch der Verwaltung" (1949) und edierte das dreibändige "Handbuch der kommunalen Wissenschaft und Praxis" (Bd. 1 1956, Bd. 2 1957, Bd. 3 1959). Peters untersuchte Aufgaben der Verwaltungsorganisation, Probleme des Beamtentums, Finanzfragen, Polizeirecht, schließlich auch Ausbildungs- und Fortbildungsangelegenheiten. Er beschäftigte sich auch mit "Zentralisation und Dezentralisation" (1928), mit der Verfassungsentwicklung in Deutschland von 1945 bis zum Grundgesetz (1950) und beschrieb "Die Gegenwartslage des Staatskirchenrechts" (1954). Er wurde Mitinitiator und später Mitherausgeber der Zeitschrift "Universitas/Studium Generale". Hans Peters starb mit 69 Jahren am 15. Januar 1966 in Köln.

Quellen: UAK, Rektor Schmölders: Nachruf auf Hans Peters, Januar 1966; H. Conrad u.a. (Hrsg.): Gedächtnisschrift Hans Peters, Berlin u.a. 1967; Klaus Stern: In Memoriam Hans Peters. Rede anläßlich der Gedenkfeier für Professor Dr. Dr. h.c. Hans Peters am 16. Januar 1967, Kölner Universitätsreden 37, Krefeld 1967; Christine Blumenberg-Lampe: Oppositionelle Nachkriegsplanung: Wirtschaftswissenschaftler gegen den Nationalsozialismus, in: Eckhard John (Hrsg.): Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus, Freiburg u.a. 1991; Levin von Trott zu Solz: Hans Peters und der Kreisauer Kreis. Staatslehre im Widerstand, Univ. Diss. Hamburg 1995, Paderborn u.a. 1997; DBE, Bd. 7, München u.a. 1998, S. 616; Andreas Schott: Adam von Trott zu Solz: Jurist im Widerstand. Verfassungsrechtliche und staatspolitische Auffassungen im Kreisauer Kreis, Paderborn u.a. 2001, S. 186.