Friedrich Bering

Rektor 1942 - 1945

* 02.02.1878 (Fröndenberg/Westfalen), † 10.06.1950 (Köln)
Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Dr. med.

Friedrich Bering (geb. am 2.2.1878 in Fröndenberg/Westfalen) studierte Medizin an den Universitäten in Tübingen, Bonn, Berlin, Marburg und wurde 1902 in Kiel promoviert. Anschließend arbeitete er bis 1906 als Assistenzarzt an Kliniken in Kiel, Dortmund und Bochum. Bering habilitierte sich 1907 für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Kiel. In diesem Jahr war er für kurze Zeit in Bochum am "Bergmannsheil"-Krankenhaus bei Carl Löbker beschäftigt und trat anschließend als Privatdozent eine Stelle in der Hautklinik in Kiel an. 1914 berief man ihn auf eine Stelle als Chefarzt der Städtischen Hautklinik in Essen. 1931 folgte Friedrich Bering dem Ruf als o. Prof. für Haut- und Geschlechtskrankheiten an die Universität zu Köln und übernahm die Direktion der dortigen Hautklinik als Nachfolger von Ferdinand Zinsser. Am 1. Mai 1933 trat er in die NSDAP ein. Im gleichen Jahr wurde er für zwei Jahre zum Dekan der Medizinischen Fakultät gewählt. Für die Jahre von 1942-45 ernannte man ihm zum Rektor der Kölner Universität. Bering versuchte die Schließung der Hochschule während des Krieges zu verhindern. Mit einem Brief an den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wandte er sich gegen die Auflösung des Lehrbetriebes, insbesondere die für Köln so wichtigen Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten. Doch ein Bombenangriff am 18. Oktober 1944 beschädigte das Hauptgebäude und die Verkehrswege so schwer, dass er den Anweisungen des Reichsministers folgen musste, alle Professoren, Assistenten und Studenten an die Universität Marburg zu verlagern. Ende Oktober 1944 erlitt Bering einen Nervenzusammenbruch, nachdem sein zweiter Sohn in Italien gefallen war, sein Haus unbewohnbar und die Städtische Krankenanstalt Lindenburg durch einen Luftangriff zerstört war. Er zog sich vorübergehend nach Schwerte zurück. Für diese Zeit beauftragte Bering den klassischen Philologen Josef Kroll, der kein Parteimitglied war, mit der Wahrnehmung seiner Amtsgeschäfte. Nach Kriegsende wurde Friedrich Bering entlassen und arbeitete bis 1948 als Arzt in Westfalen. Im Oktober 1947 stufte man ihn im Spruchkammerverfahren als "entlastet" ein. Nach der Erreichung der Altersgrenze beauftragte die Universität zu Köln ihn weiterhin mit der Vertretung seines Lehrstuhls. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. allgemeine Abhandlungen über die Anatomie der Oberhaut (1904), zahlreiche Untersuchungen zur Entstehung, Erscheinungen und Behandlung der Syphilis (1910, 1912, 1921, 1925, 1927, 1933, 1937), außerdem Publikationen zur Wirkung von violetten und ultravioletten Lichtstrahlen (1907) sowie Röntgenstrahlen auf die Haut (1911, 1934), zusätzlich ein Nachschlagewerk über "Die beruflichen Hautkrankheiten. Entstehung, Nachweis, Begutachtung", das er 1935 zusammen mit Erna Zitzke verfasste. Friedrich Bering wurde 1949 emeritiert und starb am 10. Juni 1950 in Köln.

Quellen: Hermann Corsten: Das Schrifttum der zur Zeit an der Universität Köln wirkenden Dozenten, Köln 1938, S. 350-353; Senatskommission für die Geschichte der Universität zu Köln (Hrsg.): Kölner Universitätsgeschichte, Bd. II, Das 19. und 20. Jahrhundert, Köln u.a. 1988, S. 591, 598f; Frank Golczewski: Kölner Universitätslehrer und der Nationalsozialismus, Köln u.a. 1988, S. 268, 285f., 293, 386; Erich Meuthen (Hrsg.): Kölner Universitätsgeschichte, Bd. III: Die neue Universität. Daten und Fakten, Köln u.a. 1988, S. 160; DBE, Bd. 1, München u.a. 1995, S. 454; Margret Lemberg: "Schließung oder Verlegung – Die Kölner Universität im Wintersemester 1944/45", in: Geschichte im Westen, Jg. 15, (2000), S. 31-48; Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur Nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 21.