Portrait von Peter Mittelstaedt

Toni Oberniedermayr malte den 42-jährigen, jungen Rektor im schwarzen Anzug mit hellblauer Krawatte. Er sitzt dem Betrachter gegenüber und blickt diesen offen und erwartungsvoll an. Seine Ellbogen stützt er dabei auf den Armlehnen des Stuhls ab und hat die Hände vor dem Körper in Brusthöhe ineinandergefaltet. Die Medaille der kleinen Rektorkette ist dadurch fast ganz verdeckt und wird zur Nebensache. Ein weiteres Zeichen des Verzichts auf Repräsentation ist die Perspektive, aus der Oberniedermayr den jungen Wissenschaftler malte. Der Betrachter hat die Möglichkeit, Mittelstaedt von einem etwas höher gelegenen Standpunkt aus anzuschauen. Die Figur des Professors für theoretische Physik mit energiegeladenen Pinselstrichen fast auf die Leinwand gezeichnet. Die Malerei wird nach unten hin immer skizzenhafter. Auch der mit einer expressiven Malweise aufgetragene lichterfüllte Hintergrund unterstützt den Eindruck von Spontaneität und unmittelbarer Nähe.